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Kanzlerin Merkel hat sich für mehr Schutz für Urheberrechte im Internet ausgesprochen. Ziel ihrer Kritik im Vorfeld der Buchmesse: Google und seine Büchersuche.
“Angela Merkel – die Kanzlerin direkt” – so heißt das Video-Podcast von Angela Merkel. Seit Anfang Juni erklärt die Bundeskanzlerin immer Samstags den Bürgern per Videokurzbotschaft die Innenpolitik.
Vor Beginn der Buchmesse macht sich die Kanzlerin für die Rechte von Autoren und Verlagen stark. “Für die Bundesregierung ist klar: Das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden”, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. “Deshalb lehnen wir es ab, dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird”.
Die Bundesregierung werde sich dafür einsetzen, dass den Autoren aus Deutschland Schutz gewährt werde. “Ich finde, wir müssen international darüber diskutieren, wie wir geistiges Eigentum schützen können und trotzdem die neuen technischen Möglichkeiten nutzen”, sagte die Kanzlerin in ihrem Podcast kurz vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Merkel wird die weltweit größte Bücherschau am Dienstag eröffnen.
Das Internetunternehmen Google will seinen Bestand an online verfügbaren Büchern von derzeit bereits zehn Millionen Exemplaren weltweit ausweiten. Darunter sind auch urheberrechtlich geschützte Werke, davon nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels etwa 100.000 deutschsprachige Titel. Über Google Books liegt das Unternehmen in heftigen Streitigkeiten unter anderem mit US-Autoren, die um ihre Urheberrechte fürchten. Auch die Regierung in Washington hatte Einwände geltend gemacht. Google strebt nun mit den Inhabern von Urheberrechten, zum Beispiel Verlagen, einen Vergleich an, das sogenannte Google Book Settlement.
Die EU-Kommissare Viviane Reding und Charlie McCreevy hatten sich Mitte September dafür ausgesprochen, bei der umstrittenen Digitalisierung von Büchern die US-Regeln zum Vorbild zu nehmen. Hierbei geht es um die Schaffung eines EU-weiten Registers, das Informationen über Rechteinhaber sammelt und Einnahmen für digitalisierte Bücher verteilt.
Nach Google-Angaben haben sich weltweit inzwischen mehr als 20.000 Autoren dem Google-Partnerprogramm angeschlossen und gestattenen damit dem Unternehmen, ihre Bücher teilweise einzuscannen und im Web zur Verfügung zu stellen. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche trat jetzt auch die deutsche Verlagsgruppe Lübbe bei. “Wir nehmen an dem Partnerprogramm teil, weil wir uns so neue Leserkreise erschließen wollen”, sagte Geschäftsführer Thomas Schierack. Man solle das Suchunternehmen nicht zu sehr ideologisieren. “Ich sehe langfristig die Chance für Verlage, zusätzlichen Umsatz zu schaffen”, sagte der Schierack. “Wir wären nicht gut beraten, es nicht zu versuchen.”
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